Sonntag, 29. September 2013

Zedern und Orientalische Gewürze und ein Degu-Paket

Es ist ja manchmal schon interessant. Bei australischen Rotweinen rieche ich oft Eukalyptus-Noten. Die Bäume wachsen ja auch da. Wie der Duft in den Wein kommt? Weiss ich ehrlich gesagt auch nicht so genau - ist aber oft da.

Na ja. Und jetzt haben wir also im Weinclub Ybrig im September einen kulinarischen Ausflug in den Nahen Osten nach Libanon gemacht.

Eine tolle Erfahrung - und spannend. Libanon verbinden wir gedanklich mit Zedern. Ist es also Einbildung, dass wir ausgerechnet in einigen Weinen recht viel Zedernnoten finden? Ebenso denken wir doch an orientalische Gewürze - und fast alle Weine zeigen extrem schöne, opulente würzige Noten mit einer Fülle an Düften, auch Feigen, Datteln, Orangen. Doch der Reihe nach.

Wir erkunden zwei Weingüter - Massaya und Château Musar - die im Bekaa Valley ihre Rebberge auf 900 - 1200 Meter über Meer haben.

Massaya wurde von zwei Libanesischen Brüdern gegründet. Spannend: das Gut arbeitet mit zwei französischen Top Partnern zusammen. Dominique Hebrard von Château Bellefont-Belcier - ein St. Emilion Grand Cru Classé - und Frédéric und Daniel Brunier von der Domaine Vieux Télégraphe dem Referenzwert aus dem Châteauneuf-du-Pape. Da kommt eine geballte Ladung an Weinerfahrung zusammen.

Wir geniessen und degustieren Massaya:

Massaya Blanc 2011 aus 35% Clairette, 35% Obeidi, 15% Sauvignon Blanc und 15% Chardonnay. Toller, dichter Weisswein fast im Stil eines weissen Bandol. 16.5 / 20 BAP.

Massaya Classic 2011 aus 60% Cinsault, je 20% Syrah und Cabernet Sauvignon. Der Wein braucht etwas Luft und wird dichter. Frische, grüne Noten von Zeder, Fruchtsüsse. 16.5 - 17 / 20 BAP.

Massaya Silver Selection 2009 aus 40% Grenache, 30% Cinsault, je 15% Mourvèdre und Cabernet Sauvignon. Ausbau im grossen Holzfass. Viel Frucht und warme, süsse Gewürznoten. 17 / 20 BAP.

Massaya Gold Reserve 2009 aus 50% Cabernet Sauvignon, 40% Mourvèdre, 10% Syrah. Zwei Jahre in neuen französischen Barriques ausgebaut. Ganz toll - jedoch vor allem der Mourvèdre verlangt noch nach Luft und Reife. Extrem dicht, konzentriert mit viel Wärme und opulenter Frucht. Das wird in ein paar Jahren ein ganz toller Wein sein. Jetzt 17.5 / 20 BAP - Potenzial 18 - 18.5 / 20.


Château Musar gehört mit seinem Top Wein zur Spitze seit der weltbekannte Weinexperte Michael Broadbent diesen 1979 als Entdeckung des Jahres gefunden hat. Auch Musar hat die Rebberge im Bekaa Valley und bringt tolle Weine, die sich im Stil von Massaya klar unterscheiden.

Musar Jeune 2010 - aus Cinsault, Syrah und Cabernet Sauvignon. Das ist eine tolle Erfahrung in dieser Preislage. Toller, dichter Wein. 16.5 - 17 / BAP.

Hochar Père & Fils 2005 - aus Cinsault, Carignan, Cabernet Sauvignon, Grenache mit einem Ausbau von 9 Monaten in französischen Barriques. Dieser Wein braucht Luft! Nach nur drei Stunden zeigt er sich interessant - jedoch recht verschlossen. Er kommt auf 16 / 20 BAP. Nachdegustation der Flasche am nächsten Tag - da tut sich was! Der Wein zeigt deutlich sein Potenzial und gefällt mit 17 / 20 BAP. Allerdings sei angemerkt: das ist ein Liebhaberwein, der Kennern von gereiften, differenzierten Weinen gefällt. Toll, no Mainstream, basta!

Château Musar 2004 - Cabernet Sauvignon, Cinsault, Carignan mit einer langen, kontrollierten Gärung. Ausbau im grossen Holzfass und vier Jahre (!) Flaschenreife. 2004 ist der jüngste, aktuelle Jahrgang. Grossartig - soviel vorweg. Der Wein kommt erstaunlich hell daher - wie ein Piemonteser oder eben ein schön gereifter Bandol. Finesse und Eleganz - 18 / 20 BAP.

Orientalischer Genuss der Extraklasse in der Rösslipost Unteriberg. Kathrin hat uns zu den libanesischen Weinen ein Menue komponiert, das die Weine hervorragend ergänzt hat:

Amuse Bouche - ein Humus aus Kichererbsen mit gerösteten Pistaziennüssen, Zitronen und Gewürzen. Grossartig und finessenreich - sensationell.

Rote Linsensuppe mit getrockneten Tomaten. Viel Geschmack und fein abgestimmte Würze.

Orientalisches Lammragout mit Pilavreis und glasierten Honigkarotten - oh, und eine Sauce mit einem Gewürzbouquet, wie in den Weinen zu finden. Unbedingt noch ein paar Löffel davon zum Fleisch.

Orangenwaffeln mit gebratenen Äpfeln und Orangen mit Vanillesauce. Auch das Dessert bringt wieder Geschmack-Elemente, die wir in den Weinen finden.

Ein Kompliment an Kathrin und das Küchenteam und einen Dank an Irina für den tollen Service.

Ganz ehrlich, am liebsten würde ich das doch gleich noch so einmal geniessen!

Und gleich noch ein Schmankerl. Wer den Abend leider verpasst hat und die Weine trotzdem kennen lernen möchte: es gibt genau ein Degustationspaket der sieben tollen Weine. Und das für CHF 159.99 statt CHF 179.99.

Reservieren: info@bona-aestimare.ch - first come, first serve!

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